Die lange Geschichte des Rum

Das alkoholische Getränk Rum wird, aus Melasse, einem honigartigem, dunkelbraunen Zuckersirup, selten aber auch aus frischem Zuckerrohrsaft gewonnen. Die Bezeichnung Rum wird vermutlich von dem englischen Wort rumbullion – Aufruhr abgeleitet. Die Karibik, Mittelamerika und Südamerika sind die Hauptlieferanten des Rums. Aber auch von den Philippinen, Australien, Kroatien, Mauritius, Indien und den Kanaren ist Rum erhältlich.

Seit dem 18. Jahrhundert erfreut sich der Rum auch in Deutschland und Skandinavien großer Beliebtheit. Das ist auf die starken Handelsaktivitäten der Westindienflotte, mit dem damaligen Sitz in Flensburg zurückzuführen. Damals wurde Rum auf Handelsschiffen aus der Karibik und speziell den Jungferninseln importiert. Die Begründer der modernen Rumherstellung waren Don Bacardi und Felice Presto, die um 1750 die Herstellung des weißen Rums in Ihrer Heimat, der Karibik, erfanden. Auch heute noch ist Bacardi der wohl bekannteste und grösste Rumhersteller weltweit.


Die Herstellung von Rum


Der Rum wird unterschieden in den industriell gefertigten Rum, der aus dem Zuckerabfallprodukt Melasse gewonnen wird und dem sogenannten "Rhum agricole“, der aus frischem Zuckerrohrsaft, vornehmlich auf den französischen Karibikinseln hergestellt wird. Der Rhum agricole wird durch eine sehr aufwendige Ernte der Zuckerrohrstangen gewonnen. Nach der Ernte müssen die Zuckerrohrstangen schnellst möglich in die Zuckermühle, da der Zuckergehalt nach dem Ernte sehr schnell sinkt. In der Zuckermühle werden die Zuckerstangen zerkleinert und ausgepresst. Der nun gewonnene Zuckerrohrsaft ist die Basis des Rhum agricole.

Nun sind die Schritte der Rumherstellung zwischen dem Rhum agricole und dem industriell gewonnenen Rum gleich. Bei dem industriellen Rum wird nur der Zuckerrohrsaft durch Melasse ausgetauscht. Bei der Gärung wird dem Zuckerrohrsaft bzw. der Melasse Hefe dazugegeben. Durch dieses Verfahren entsteht der Alkohol. Die Gärzeit beträgt von 24 bis 72 Stunden. Bei einigen speziellen Rumsorten kann die Gärzeit auch bis zu zehn Tage andauern. Das Endprodukt der Gärung wird als Maische bezeichnet, diese besitzt einen Alkoholgehalt von fünf bis zehn Prozent. Nach der Gärung erfolgt nun die Destillation, hierbei soll der Alkoholgehalt der Maische auf 70 bis 90 Prozent gesteigert werden. Durch die anschließende Reifung in Holzfässern erhält der Rum seine typische Farbe und sein unverwechselbares Aroma